Sachverhalt:
Bei der kürzlich durchgeführten Sanierung der Frankfurter Straße wurden u. a. mehrere neue Beete an den Straßenrändern angelegt. Die Gestaltung dieser Beete ist aus mehreren Gründen suboptimal:
- Die Beete wurden oberflächlich mit einer mehrere Zentimeter dicken Schicht aus grobem Schotter abgedeckt. Schotterbeete heizen sich im Sommer nicht nur stark auf, sondern gehören auch zu den artenärmsten Lebensräumen im Siedlungsbereich.
- Die grobe Schotterschicht verhindert nicht, dass die Fläche stark verunkrautet, wie man bereits jetzt an vielen Stellen sehen kann. Dadurch wird ein erhöhter Pflegeaufwand generiert.
- Auf den verhältnismäßig großen freien Flächen zwischen den in die Beete eingesetzten Pflanzen sammelt sich bereits jetzt Müll, der aus der Umgehung herangeweht wird und auf der Fläche hängenbleibt. Auch dadurch entsteht ebenfalls ein erhöhter Pflegeaufwand.
- Die für die Bepflanzung gewählten Arten bestehen fast ausschließlich aus nicht-heimischen Stauden und Sträuchern; die gewählten Rosensorten sind halbgefüllt. Diese Art der Bepflanzung hat quasi keinen Mehrwert für die heimische Insektenwelt und insbesondere die Biodiversität, da davon höchstens generalistische Insekten profitieren, die in der Regel nicht bedroht sind.
Die derzeitige Gestaltung der Beete in der Frankfurter Straße reduziert folglich auf der zur Verfügung stehenden Fläche die Artenvielfalt, verschlechtert das Mikroklima durch Aufheizung und erzeugt trotz anfänglicher Pflegeleichtigkeit langfristig mehr Pflegeaufwand. Die bestehenden Beete sollten daher im Sinne einer natürlichen Klimaschutzmaßnahme umgestaltet werden; gleichzeitig sollten derartig suboptimale Umsetzungen in Zukunft vermieden werden, stattdessen sollten Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität und zur Klimaanpassung immer gemeinsam gedacht werden.
Beschlussvorschlag:
Der Gemeindevorstand wird beauftragt durch einen zertifizierten Naturgarten-Fachbetrieb ein Grünflächenpflegekonzept für den gesamten kommunalen Grünflächenbestand im Siedlungsbereich mit dem Ziel zu beauftragen, das Grünflächenmanagement in Groß-Zimmern in Zukunft naturnah und klimaangepasst auszurichten, sowie
- durch den Bauhof oder einen geeigneten Fremdbetrieb die derzeitige Beetgestaltung in der Frankfurter Straße gemäß des o. g. Grünflächenkonzepts naturnah aufwerten zu lassen (z. B. durch Mischung der oberflächlichen Schotterschicht mit Feinkies und Kompost, Pflanzung von heimischen Wildstauden und Einsaat von standortangepassten heimischen Blühmischungen zwischen der bereits vorhandenen Bepflanzung),
- sofern erforderlich, technische Ausstattung für den Bauhof zu beschaffen, die das naturnahe Grünflächenmanagement unterstützt,
- zur Auffrischung des in den Jahren 2018 und 2019 mit Unterstützung des Landes Hessen durchgeführten Bauhoftrainings zur Anlage und Pflege von naturnahen Grünflächen eine Fortbildung für die Mitarbeitenden des Bauhofs (und eventuell den Verwaltungsmitarbeiter des Umweltamtes) durchführen zu lassen, mit Fokus auf ökologischer, naturnaher Grünflächenpflege und Pflanzenverwendung sowie naturnaher Gehölzpflege,
- für alle o. g. Maßnahmen Zuschüsse in Höhe von 50 % der förderfähigen Kosten über das KFW-Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ zu beantragen.
Link zum Antrag: https://sessionnet.owl-it.de/gross_zimmern/bi/vo0050.asp?__kvonr=58703
Antragsunterlagen Download: https://sessionnet.owl-it.de/gross_zimmern/bi/getfile.asp?id=6304645&type=do