Anfrage: Hitzebelastung in den Ortskernen der Gemeinde

Die Folgen des Klimawandels, insbesondere die zunehmende Hitzebelastung in den Sommermonaten (sogenannte „Urban Heat Islands“), sowie der fortschreitende Verlust an biologischer Vielfalt stellen auch unsere Gemeinde vor große Herausforderungen.

Richtungsweisende Maßnahmen zur Klimaanpassung müssen daher direkt vor Ort ergriffen werden. Gemeindeeigene Gebäude verfügen in der Summe über erhebliche Dach- und Fassadenflächen – wie beispielsweise die Mehrzweckhalle, Kitas oder das Rathaus selbst. Durch eine gezielte Begrünung dieser horizontalen und vertikalen Flächen lassen sich nachweislich die Umgebungstemperaturen senken, das Mikroklima spürbar verbessern

und wertvolle Ersatzlebensräume für Insekten und Vögel schaffen. Während Dachbegrünungen zudem effektiv Regenwasser zurückhalten (Entlastung der Kanalisation bei Starkregen) und die Dachhaut schützen, bietet die Fassadenbegrünung einen direkten sommerlichen Wärmeschutz für die Gebäudehülle, dämpft den Straßenlärm und wertet das Ortsbild optisch auf. Beide Maßnahmen tragen maßgeblich zur energetischen Optimierung und Isolierung der Gebäude bei. Zudem bewegen sich die Kosten für extensive Begrünungen in einem wirtschaftlich absolut vertretbaren Rahmen.

Vor diesem Hintergrund bitten wir um Beantwortung der nachfolgenden Fragen.

  1. Bestandsaufnahme (Dach & Fassade): Wie viele Quadratmeter Dach- und Außenwandflächen befinden sich insgesamt im Eigentum der Gemeinde (inkl. Kitas, Verwaltungsgebäuden, Bauhöfen etc.)? Wie hoch ist dabei der Anteil der Flach- bzw. flach geneigten Dächer sowie der geeigneten, boden- oder wandgebundenen Fassadenflächen, die sich grundsätzlich für eine Begrünung eignen würden?
  2. Statische, technische und baurechtliche Machbarkeit: Gibt es bereits Erkenntnisse, ein Kataster oder energetische Sanierungspläne für die gemeindeeigenen Liegenschaften, bei denen die statischen Voraussetzungen (für Dächer) sowie die bautechnischen Voraussetzungen (z. B. Denkmalschutz, Brandschutz oder Wandbeschaffenheit für Fassaden) für eine nachträgliche Begrünung geprüft wurden oder im Zuge anstehender Sanierungen geprüft werden können?
  3. Kombination mit Photovoltaik und Synergien: Wird bei der Planung neuer PV-Anlagen auf Gemeindedächern systematisch geprüft, ob diese als „Biosolar-Dächer“ (Kombination aus Photovoltaik und extensiver Begrünung) ausgeführt werden können, da die Kühlleistung der Pflanzen nachweislich den Wirkungsgrad der PV-Anlagen steigert? Gibt es analog dazu Überlegungen, PV-Freiflächen an Fassaden (Solarfassaden) mit Vertikalgrün sinnvoll zu kombinieren oder zu ergänzen?
  4. Fördermittel: Welche Förderprogramme (z. B. auf Landes-, Bundes- oder EU-Ebene sowie im Rahmen der Städtebauförderung oder der Klimaanpassung) stehen der Gemeinde für solche kombinierten Maßnahmen zur Verfügung?

Aufgrund der eventuell schwierigen Datenermittlung sehen wir eine Beantwortung auch für die August-Sitzung als akzeptabel an.

Anfrageunterlagen Download: https://sessionnet.owl-it.de/gross_zimmern/bi/vo0050.asp?__kvonr=58577

Link zur Anfrage: https://sessionnet.owl-it.de/gross_zimmern/bi/getfile.asp?id=6302497&type=do